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RALFBEIDERWIEDEN

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So manches wäre zu sagen…

In diesen Tagen, März 2020, wohl vor allem über die Corona-Situation

CORONA: SHUTDOWN

Montag, 16. März 2020

Kekulé hat bei Anne Will erläutert, wie und warum die jetzt eingeschlagene Linie überhaupt funktionieren kann und warum etwas so Unglaubliches gelingen kann wie in Wuhan, die Corona-Seuche beinahe zu besiegen. Bis zu dem Augenblick hatte ich’s für chinesische Propagandazahlen gehalten. Wenn es uns nämlich gelänge, das öffentliche Leben praktisch komplett für einen Zeitraum von nur zwei Wochen lahmzulegen – dann wäre Corona durch. Die einen hatten’s und sind wieder gesund (bis auf die wenigen Opfer); die anderen sind für zwei Wochen vor Ansteckung geschützt gewesen, und länger hält sich das Virus nicht. Nach zwei Wochen ist Covid-19 weg. Praktisch komplett weg, zunächst mal. Und dann könnte man fachgerecht die zweite Verteidigungslinie aufbauen. Zwar: Einen so kompletten Shutdown bekommen wir wohl nicht hin, gleichwohl: Über vier Wochen die Schulen zumachen, die Kitas (was am schwersten ist), die Theater, die Museen, die Schwimmbäder, die Restaurants und alles – das kann schon wirklich viel bringen, möglicherweise die Seuche in die Knie zwingen. Das funktioniert aber nur, wenn sich die Menschen dran halten; wenn dann nicht nächtliche School’s-out-parties gefeiert werden, mit zig grölenden Jugendlichen, wie Freitag in meiner Nachbarschaft. Wunderbar war der Sonntagnachmittag im Schlossgarten. Die halbe Stadt war, schien es, bei herrlichem Frühlingswetter auf den Beinen. Da hieß es natürlich: Immer schön Abstand halten, niemandem nahekommen. Aber das geht da draußen wunderbar, ist gesund, es gibt immer noch genügend sozialen Kontakt, keiner kriegt den Lagerkoller. Wirklich vorbildlich ist die Ansage, die die Leiterin des Studienseminars Oldenburg für Gymnasien auf der Website (www.studienseminar-oldenburg.de) gemacht hat: Alle Termine mit Personenkontakt absagen, keine Sitzungen irgendeiner Art; niemand, außer in dringenden Notsituationen, betritt das Verwaltungsbüro; alles telefonisch, per Mail, wichtige Akten in den Briefkasten. Auch diese Ansage nur per mail, dann auf die Website. – Ganz unverantwortlich hingegen öffentliche Einrichtungen, die – ohne ganz große Not – jetzt noch Kunden- oder Benutzerkontakt am Tresen zulassen, womöglich zu Betriebsversammlungen mit 50 oder mehr Teilnehmern zusammenrufen. Die Mitarbeiter kommen abends nach Hause und stecken ihre Familie an. Das Schöne ist, dass die, die uns regieren, mit ruhiger, sicherer Hand die richtigen Entscheidungen treffen. Wohl dem Land, das einen Stefan Weil als Ministerpräsidenten hat: „Meine herzliche Bitte an alle Nachbarn: Schauen Sie, wer in Ihrer Umgebung genau jetzt Unterstützung gebrauchen kann.“ Und doch: Wie sagt die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts? „Letztlich ist jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ein guter.“ Sagt alles ab. Macht alles dicht. Für zwei oder vier Wochen. Arbeitet an eurem Schreibtisch im Büro oder zuhause. Davon geht Deutschland nicht unter. Bleibt gesund. Euer Ralf Beiderwieden 16. März 2020
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In diesen Tagen, März 2020, wohl vor allem über die Corona-Situation

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Montag, 16. März 2020

Kekulé hat bei Anne Will erläutert, wie und warum die jetzt eingeschlagene Linie überhaupt funktionieren kann und warum etwas so Unglaubliches gelingen kann wie in Wuhan, die Corona-Seuche beinahe zu besiegen. Bis zu dem Augenblick hatte ich’s für chinesische Propagandazahlen gehalten. Wenn es uns nämlich gelänge, das öffentliche Leben praktisch komplett für einen Zeitraum von nur zwei Wochen lahmzulegen – dann wäre Corona durch. Die einen hatten’s und sind wieder gesund (bis auf die wenigen Opfer); die anderen sind für zwei Wochen vor Ansteckung geschützt gewesen, und länger hält sich das Virus nicht. Nach zwei Wochen ist Covid-19 weg. Praktisch komplett weg, zunächst mal. Und dann könnte man fachgerecht die zweite Verteidigungslinie aufbauen. Zwar: Einen so kompletten Shutdown bekommen wir wohl nicht hin, gleichwohl: Über vier Wochen die Schulen zumachen, die Kitas (was am schwersten ist), die Theater, die Museen, die Schwimmbäder, die Restaurants und alles – das kann schon wirklich viel bringen, möglicherweise die Seuche in die Knie zwingen. Das funktioniert aber nur, wenn sich die Menschen dran halten; wenn dann nicht nächtliche School’s-out-parties gefeiert werden, mit zig grölenden Jugendlichen, wie Freitag in meiner Nachbarschaft. Wunderbar war der Sonntagnachmittag im Schlossgarten. Die halbe Stadt war, schien es, bei herrlichem Frühlingswetter auf den Beinen. Da hieß es natürlich: Immer schön Abstand halten, niemandem nahekommen. Aber das geht da draußen wunderbar, ist gesund, es gibt immer noch genügend sozialen Kontakt, keiner kriegt den Lagerkoller. Wirklich vorbildlich ist die Ansage, die die Leiterin des Studienseminars Oldenburg für Gymnasien auf der Website (www.studienseminar- oldenburg.de) gemacht hat: Alle Termine mit Personenkontakt absagen, keine Sitzungen irgendeiner Art; niemand, außer in dringenden Notsituationen, betritt das Verwaltungsbüro; alles telefonisch, per Mail, wichtige Akten in den Briefkasten. Auch diese Ansage nur per mail, dann auf die Website. – Ganz unverantwortlich hingegen öffentliche Einrichtungen, die – ohne ganz große Not – jetzt noch Kunden- oder Benutzerkontakt am Tresen zulassen, womöglich zu Betriebsversammlungen mit 50 oder mehr Teilnehmern zusammenrufen. Die Mitarbeiter kommen abends nach Hause und stecken ihre Familie an. Das Schöne ist, dass die, die uns regieren, mit ruhiger, sicherer Hand die richtigen Entscheidungen treffen. Wohl dem Land, das einen Stefan Weil als Ministerpräsidenten hat: „Meine herzliche Bitte an alle Nachbarn: Schauen Sie, wer in Ihrer Umgebung genau jetzt Unterstützung gebrauchen kann.“ Und doch: Wie sagt die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts? „Letztlich ist jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ein guter.“ Sagt alles ab. Macht alles dicht. Für zwei oder vier Wochen. Arbeitet an eurem Schreibtisch im Büro oder zuhause. Davon geht Deutschland nicht unter. Bleibt gesund. Euer Ralf Beiderwieden 16. März 2020